In der Öffentlichkeit war das Internet Ende der achtziger Jahre, nachdem sich das Militär
endgültig in ein eigenes Netz zurückgezogen hatte, kaum bekannt. Doch nach und nach schalteten sich immer mehr kleinere Netze zu, und durch die eingangs bereits angesprochenen Entwicklungen kam es in den letzten Jahren nicht nur von privater zu einem Massenansturm auf das Internet, sondern vor allem auch von wirtschaftlicher und politischer Seite. Dies hat zu einem "Fight for the soul of the Internet" geführt, wie das TIME Magazine in einer seiner Ausgaben (30/94) titelt, zu einem
Kampf, in dem die extrem unterschiedlichen Haltungen der verschiedenen Gruppen empfindlich aufeinanderprallen: auf der einen Seite ist die Rede vom vor allem von US-Vizepräsident Al Gore propagierten "information superhighway", auf der anderen Seite von "the closest thing to true anarchy that ever existed". ( TIME Magazine 30/94, 49) "So hat sich der Cyberspace15 als Projektionsfläche für Propheten jeglicher Couleur etabliert [...]." ( Spiegel 11/96, 74)
Der Trend, Computer miteinander zu vernetzen und über sie Informationen auszutauschen, wird sicherlich anhalten, denn der Traum vieler Forscher ist eine Welt, in der der Computer ebenso selbstverständlich ist wie das Telefon und Informationen per Computer überall und jederzeit zur Verfügung stehen, ohne daß das Medium, über das sie vermittelt werden, noch wahrgenommen wird. Das Internet hat sein Gesicht im Laufe seiner Geschichte deutlich verändert und wird es noch weiter verändern. Hand in
Hand mit dieser Veränderung geht der Wandel der Benutzergesellschaft. Die Bedeutung, die v. a. dem WWW als Werbemedium zukommt, ist aufgrund der Tatsache, daß der typische Internet-Benutzer derzeit etwa dreißig Jahre alt, männlich, weiß, gut ausgebildet und aufwärts mobil ist, nicht zu unterschätzen. ( Spiegel 11/96, 76)
Die Hacker, die am Aufbau des Internet maßgeblich beteiligt waren und deren Sprache in der vorliegenden Arbeit untersucht werden wird, stehen mit ihrer Hackerethik im
Angesicht der wirtschaftlichen und politischen Übermacht auf verlorenem Posten. Ihnen bleibt vermutlich nur, sich in eigene, kleinere Netze zurückzuziehen und zu hoffen, daß sie ihre Nischen dort erhalten können, wo es für die anderen nichts zu holen gibt.
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